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Health aktuell: Onkologie 2012 – Experten drängen auf schnelle Anpassung medizinischer Leitlinien und Stärkung unabhängiger Forschungseinrichtungen

Thu, 31 May 2012 10:51:03

Familienunternehmen SIMFO geht mit innovativem Krebsdiagnostik-Verfahren maintrac als positives Beispiel voran


Köln / Bayreuth – Führende Onkologen und Entscheidungsträger aus Krankenversicherungen und Verbänden diskutierten am 10. Mai in Köln gegenwärtige und zukünftige Methoden der Krebstherapie. Die Notwendigkeit einer schnellen Anpassung der medizinischen Leitlinien an neue, innovative Therapieformen und Medikamente war dabei zentrales Ergebnis der Fachtagung "Health aktuell: Onkologie 2012. Patientenzentrierte Gesundheitsversorgung – Status Quo und Ausblick". Damit bestätigten die Experten eine wesentliche Kernforderung von Dr. med. Ulrich Pachmann, Geschäftsführer der SIMFO GmbH im Transfusionsmedizinischen Zentrum Bayreuth (TZB). "Die Krebsdiagnostik entwickelt sich permanent weiter und hat vor allem durch das maintrac-Verfahren, das uns dem Ziel einer personalisierten Krebstherapie deutlich näher gebracht hat, einen weiteren Quantensprung getan. Die Leitlinien müssen mit diesen Entwicklungen Schritt halten und bedürfen daher einer zeitgemäßen Anpassung. Sie müssen klarstellen, dass die Einzigartigkeit jedes Individuums und seiner Krebserkrankung einen individuell auf den Patienten zugeschnittenen Therapie-Ansatz erfordert", so Pachmann.

In ihren Vorträgen haben verschiedene Referenzen dem Tenor zugestimmt – darunter Günter Wältermann, designierter Vorsitzender des Vorstandes der AOK Rheinland Hamburg. Er monierte, dass aufgrund nicht angepasster Leitlinien viele Präparate und Anwendungsformen den Krebspatienten bislang nicht zur Verfügung stehen, obwohl ihre Wirksamkeit bereits bewiesen wurde. Grund hierfür seien seiner Ansicht nach in Deutschland geltende Vorschriften, die nur alle drei Jahre eine Anpassung der Leitlinien zuließen. Prof. Dr. med. Ferdinand Hofstädter, Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Tumorzentren, plädierte ebenfalls für eine flexiblere Gestaltung der Leitlinien und wies darauf hin, dass die Daten der klinischen Krebsregister spätere Veränderungen der Leitlinien in vielen Fällen vorwegnehmen. Die Tumorzentren müssten sich daher Hofstädter zufolge künftig noch besser organisieren.

Doch die Notwendigkeit von Strukturreformen betrifft auch schon die für den Therapieerfolg entscheidende Diagnostik. "Eine erleichterte Zulassung für kleine mittelständische Unternehmen würde die Möglichkeiten der Diagnose deutlich erweitern und damit die Grundlagen einer personalisierten Krebstherapie entscheidend verbessern", führt der Geschäftsführer der SIMFO GmbH aus. Das von Pharmakonzernen unabhängige Familienunternehmen hat mit maintrac einen führenden onkologischen Bluttest entwickelt, der weltweit erfolgreich eingesetzt wird. Das Diagnostikverfahren ermöglicht die Überwachung der Wirksamkeit von Krebstherapien noch während ihres Verlaufs. Zudem kann mit maintrac bereits vor Beginn einer Behandlung das Medikament mit der für den Patienten individuell höchsten Wirkungswahrscheinlichkeit im Labor bestimmt werden. Das Verfahren, das vollkommen nebenwirkungsfrei ist, stützt sich dabei auf die im Patientenblut vorhandenen, zirkulierenden Tumorzellen (CETC), die zuverlässig gezählt, analysiert und getestet werden. Basierend auf diesen Ergebnissen kann eine personalisierte Krebstherapie gemäß aktualisierter Leitlinien erfolgreich ausgestaltet werden.

Prof. Dr. Gerhard Ehninger, Geschäftsführender Vorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) forderte die Stärkung Pharmaindustrieunabängiger Studien. Ehninger führte in seinem Vortrag Frankreich als positives Beispiel an. Wenn auch in Deutschland Forschungsgelder vermehrt an unabhängige Institutionen und dadurch auch an kleine und mittelständische Unternehmen verteilt würden, könnte neben einem Gewinn an Unabhängigkeit auch ein höherer Bezug auf die Anforderungen des GBA gewährleistet werden, so der Experte. Darüber hinaus erhielten Krebspatienten so erst die Chance, auch von den Innovationen kleinerer Unternehmen profitieren zu können. „Bei der Beurteilung einer Behandlungsmethode oder eines Medikamentes sollten ein möglichst rezidivfreies Ergebnis und der langfristige Behandlungserfolg die alleinige Grundlage darstellen, nicht der Vergleich zu einem Vorgänger-Medikament“, stimmt Pachmann Prof. Ehninger zu.

Weitere Informationen unter www.maintrac.de


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